Wenn das Gehirn auf „Fehlalarm“ schaltet: Ein tiefer Blick in die moderne Neurophysiologie

In der heutigen Medizin wird unermüdlich nach den Ursachen für chronische Schmerzen und Bewegungseinschränkungen gesucht. Oft liefert das Röntgenbild oder das MRT keinen klaren Befund – das Gewebe ist heil, doch der Schmerz bleibt. Ein bahnbrechender Artikel im Russian Medical Journal (Palomar et al., 2018) liefert hierzu eine faszinierende Perspektive: Das Problem liegt oft nicht in der „Hardware“ (Knochen und Muskeln), sondern in der „Software“ (unserem Nervensystem).

Der Körper als biologischer Supercomputer

Die Publikation stützt sich auf die klassische Neurophysiologie, insbesondere auf die Theorie der funktionalen Systeme von P.K. Anokhin. Man kann sich das wie einen modernen Algorithmus vorstellen: Unser Gehirn plant eine Bewegung, führt sie aus und gleicht das Ergebnis ständig mit den Daten ab, die von den Rezeptoren (Sensoren) zurückgemeldet werden.

Wenn diese Sensoren – etwa durch alte Verletzungen, Narben oder Überlastung – falsche Daten senden, gerät die „sensorische Homöostase“ (das innere Gleichgewicht) aus den Fugen. Das Gehirn erhält widersprüchliche Signale und reagiert mit Schutzmaßnahmen: Muskelverspannungen, Kraftverlust oder Schmerz.

Die Entdeckung der „Reset-Taste“

Der Artikel beschreibt die P-DTR® Methode als einen Weg, diese fehlerhaften Datenströme zu korrigieren. Anstatt nur das Symptom zu massieren, wird nach dem Ursprung des Fehlers gesucht.Ein besonders spannender Teil der wissenschaftlichen Arbeit ist die Erwähnung von Elektroneuromyographie-Studien (ENMG). Hierbei wurde objektiv gemessen, wie sich die elektrische Aktivität von Muskeln verändert, wenn bestimmte Rezeptorfelder stimuliert werden. Es wurde festgestellt:

  • Manipulationen an den Sensoren können die Muskelspannung sofort messbar verändern.
  • Es existieren direkte Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Rezeptorbereichen (primäre und sekundäre Felder), die sich gegenseitig beeinflussen.

Was bedeutet das für Betroffene?

Es wird deutlich, dass viele Beschwerden, die bisher als „psychosomatisch“ oder „unspezifisch“ abgetan wurden, eine klare neurophysiologische Basis haben könnten. Die P-DTR® Methode nutzt dieses Wissen, um das Nervensystem neu zu kalibrieren. Es ist, als würde man bei einem Computer die fehlerhaften Treiber aktualisieren, damit das Betriebssystem wieder flüssig läuft.

Die wissenschaftliche Grundlage in Zeitschriften wie dem RMJ zeigt, dass hier nicht mit Esoterik gearbeitet wird, sondern mit den fundamentalen Gesetzen unseres Körpers.

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